Projekt: Sima La Piccola - von Andreas Witzel, 8/2006

Hintergrund

fertig

Ich benutze seit mehreren Jahren ein Paar IT EX 4 welche ich damals auch als Bausatz aus Ihrem Lautsprechershop bezogen hatte. Schon damals hatte ich mich auf Ihr Urteil verlassen, und wurde nicht enttäuscht. Die IT EX4 ist eine Box die auch nach Jahren noch Spaß macht. Zu Anfang hatte ich die EX4 in ein Regal gestellt, was sie aber überhaupt nicht mochte. Daraufhin habe ich den Raum umgestaltet und nun stehen sie frei etwa 20cm von der Wand auf dem Boden. Der Klanggewinn ist wirklich gewaltig! Seitdem macht das Hören noch mal soviel Freude.

Nachdem die CD die gute alte Schallplatte abgelöst hatte, steht nun ein weiter Evolutionsschritt an. Mittlerweile gibt es immer mehr Musik auch in Mehrkanal. Da es den Ansatz zur Quadrophonie bereits in meinen jungen Jahren gab, hat mich diese Entwicklung schon immer interessiert. Ich denke damals ist die Quadrophonie daran gescheitert, dass es kein Trägermedium gab, welches praktikabel vier Kanäle speichern konnte. Die DVD ist da das ideale Medium. Heute sind sowohl DVD Filme als auch Fernsehen in Mehrkanaltechnik, und so kam der Wunsch auf, meine Musikanlage auch für Spielfilme und Musik von DVD zu verwenden.

Also eine Erweiterung auf 5.1 Sourround sollte es werden. Um ein erstes Gefühl für Sourround zu bekommen, kaufte ich dann eine Komplettanlage (mit integrierten Verstärker) mit 5 Satelliten und einem Monobass. Obwohl diese Anlage nicht aus dem preiswerten Segment ist und auch schon gute Testberichte vorweisen konnte, überzeugte mich der Klang überhaupt nicht. Nur der Monobass war gut, tief runter, nicht ortbar, und kraftvoll.

Also entschied ich mich dann doch, langfristig meine Musikanlage auf Sourround umzubauen. Da ich noch 4 weitere Endverstärker von meinen ehemaligen Voll-Aktivboxen hatte, sollten diese in der Sourround Anlage zu neuen Ehren kommen. Also fehlten dann nur noch die entsprechenden Lautsprecher.

Lautsprecherboxen aussuchen

Ich entschied mich als ersten Ausbauschritt Richtung Sourround erst mal auf 4-Kanal zu gehen. Der Monobass kann immer (wenn überhaupt nötig) auch im nächster Schritt kommen. Ich bin davon ausgegangen, dass die IT EX 4 den Sub-Bass Kanal des Sourroundsignals mit übernehmen kann. Auf große Lautstärken kommt es bei mir ja nicht an. Auch auf den Center habe ich erst mal verzichtet. Ich denke bei Musik ist der Centerkanal nicht so wichtig wie bei Filmen, weiterhin denke ich das der Center hauptsächlich die Mitte der Stereofront stabilisiert. Bei idealer Hörposition kann also der Centerkanal auf Rechts und Links aufgeteilt werden ohne an Räumlichkeit und Ortbarkeit zu verlieren.

Das Ziel war es also, Boxen zu finden die sich klanglich gut mit den IT EX 4 kombinieren lassen. Aus praktischen Gegebenheiten in meinem Hörraum müssen sie aber in einer Regalwand platziert werden, also sind die Abmessungen schon durch die Innenmaße des Regals bestimmt. Da die Regale nach hinten geschlossen sind, muss der Bassreflexkanal nach vorne abstrahlen. Bei der IT EX 4 ist der Bassreflexkanal nach hinten geführt, was auch der Hauptgrund ist, dass die EX 4 den Regalplatz nicht mag.

Bassreflexboxen sollten es schon werden, da man mit dem Bassreflexprinzip den tiefsten Bass mit geringen Abmessungen erreichen kann. Geschlossene Boxen brauchen für einen gleichwertigen Bass immer mehr Volumen, oder eine aktive Korrektur.

Da das Bauen von Lautsprecherboxen schon immer zu meinen Hobbies gezählt hat, sollten es auch diesmal wieder Bausätze werden. Bei der Auswahl hilft der Webauftritt Ihres Lautsprechershops enorm. Man kann zwischen Stand- und Regalboxen wählen, und wird dann auf eine gute Übersicht geleitet. Da die neuen Boxen auch qualitätsbezogen in derselben Liga wie die IT EX 4 spielen sollten, hatte ich mir für die neuen Boxen denselben Preisrahmen wie für die EX 4 gesetzt.

Der Webseitenaufbau gefällt mir insbesondere, da man auch Empfehlungen Ihrerseits findet, als auch eine grobe Klassifizierung der passenden Musikrichtung. Da ich weniger Wert auf Lautstärke, aber mehr Wert auf Präzision und Wiedergabetreue lege, waren da schon wichtige Kriterien gesetzt. Ich höre viel Rock und Pop, aber die Bluesmusik hat es mir ganz besonders angetan.

Nach einigem hin und her habe ich mich dann für die Sima la Piccola entschieden. Sie ist die Erstentwicklung eines Schweizers, und die Beschreibung als auch die technischen Daten sahen viel versprechend aus. In eine Erstentwicklung fließt meistens besonders viel Mühe, also war ich auch hier guter Hoffnung mit einem Entsprechenden Klang belohnt zu werden.

Bestellen und Material beschaffen

Also wurden zwei Sima la Piccola per Webinterface bestellt, die dann auch prompt einige Tage später bei mir eintrafen. Eine Durchsicht der gelieferten Teile machte einen kompletten Eindruck, die Bauteile der Frequenzweiche hatte ich jedoch nicht im Detail geprüft, was sich später noch als Fehler herausstellen sollte.

Eine richtige Bauanleitung war nicht beigelegt. Die einzigste Anleitung erwies sich als (eher schlechte) Kopie des Testberichtes aus Hobby HiFi 5/2005, welche jedoch auch nicht vollständig kopiert war. Leider fehlte die Seite mit der technischen Beschreibung der Frequenzweiche. Diese braucht man zum Aufbau nicht, jedoch als Elektroingenieur und langjähriger Boxenbauer interessiert mich das "warum" immer sehr. Und wenn man das "warum" verstanden hat, macht man beim Aufbau weniger Fehler. Als Aufbauhilfe für die Frequenzweiche war noch eine Kopie von Fotos der fertigen Weiche beigelegt, jeweils ein Bild von der Bauteileseite und von der Lötseite.

Auch der Bauplan der Holzgehäuse war recht klein geraten, genauso wie der Schaltplan der Frequenzweiche. Also habe ich die Pläne erst mal in den Computer eingescannt und bildtechnisch aufgearbeitet. Beim Schaltbild der Frequenzweiche war selbst das nicht möglich, so klein war das Original. Also habe ich das Schaltbild komplett neu gezeichnet. Letztendlich habe ich dann alles neu und in groß ausgedruckt, und dann konnte die Arbeit beginnen.

Als erstes mache ich mich an die Holzarbeiten. Die Bauzeichnung ist für 25mm Holz berechnet. Ich hatte schon bei der IT EX4 Probleme, das Holz in der Richtigen Stärke zu bekommen. In Bauhäusern sind 25mm MDF nicht mehr zu bekommen. Die IT EX4 hatte ich damals aus Spanplatte aufgebaut und schwarz gestrichen. Mit dem Spanplatten-Look bin ich jedoch mittlerweile nicht mehr zufrieden, und so sollte die Sima la Piccola ein Echtholzkleid bekommen.

In einem Bauhaus fand ich dann Akazienholzplatten als Küchenarbeitsplatte im Angebot, in 26mm Stärke. Akazienholz ist zwar recht dunkel, hat aber eine schöne Maserung. Also habe ich eine komplette Platte Akazienholz mitgenommen, was auch kostenmäßig recht preiswert ausfiel.

Holzgehäuse bauen

Die Bauzeichnung habe ich dann auf 26mm umgerechnet, wobei ich darauf geachtet habe, dass das Innenvolumen und Maße konstant bleiben, um die Resonanzfrequenz und Bassreflexabstimmung nicht zu verändern.

Die Konstruktion der Box ist recht einfach, auf Gehrung geschnittene Seitenteile und eine versenkte Rückwand. Die Gehrung der Seitenteile macht die Verbindung hinterher unsichtbar und lässt die Holzmaserung gut zur Geltung bringen. Aber recht schwer zu sägen, da die 45 Grad Winkel und Seitenlängen präzise eingehalten werden müssen um die Passgenauigkeit zu erreichen. 26mm, hartes Akazienholz, bei 45mm Gehrung, das schafft man mit einer Hobby-Säge nicht. Diese Schnitte sollte man dann doch einer Holzwerkstatt überlassen. Meine Drehstromkreissäge hatte schon Mühe diese Schnitte auszuführen, aber es ging. Dann noch die Front- und Rückwand sägen, und schon sind alle Teile fertig gesägt.

Vor dem Verleimen sind noch einige Vorüberlegungen nötig, da man Gehrungen nicht mit Spannzwingen pressen kann, um den Verleimdruck aufzubauen. Nur die präzise Einhaltung der rechten Winkels verhindert dass man später die Leimfuge sieht und die Boxen windschief werden. Es gibt zwar Winkelzwingen, welche den rechten Winkel sicherstellen, jedoch bauen auch diese keinen Pressdruck zum Verleimen auf.

Ich habe dann einen anderen Weg eingeschlagen. Die Rückseite der Frontplatte erhielt eine umlaufende Nut eingefräst (etwa 5mm tief und breit), und eine entsprechende Feder an die vier Seitenteile. Damit haben die Seiten eine sichere Führung und werden perfekt an der Frontplatte ausgerichtet. (Siehe nachfolgendes Bild).

Die Rückwand wird, nach Bauplan, ebenfalls in die Seiten versenkt, so dass die Seiten auch dort Führung erhalten. Das alles zusammen ergibt eine stabile Box, die sich selbst optimal ausrichtet. Durch diese Nut in der Frontplatte verliert die Box jedoch etwa 5mm vom Volumen, man sollte die Tiefe also um diese 5mm verlängern, was ich jedoch leider versäumt habe. Nachher ist man halt immer schlauer.

Dann kommen die Lautspecheröffnungen in die Fronplatte. Zuerst fräse ich die Versenkung der Lautsprecher in die Frontplatte. Dazu fertige ich mit einer Laubsäge eine Schablone aus dünnem Holz, ein Loch in Lautsprechergröße (nach Bauplan). Bei der Herstellung der Schablone muss man etwas rechnen um den Versatz vom Kopierring und die Dicke des Fräsers zu berücksichtigen. Mit dieser Schablone und einem Kopierring and der Fräse fräse ich dann eine ringförmige Vertiefung in die Frontplatte (20mm Fräskopf). Da die Versenkungen recht tief sind (bei der Tiefe muss man bedenken das noch selbstklebende Schaumstoffdichtstreifen darunter kommen), muss das ganze in mehreren Durchgängen erfolgen, wobei der Fräser immer um 2-3mm tiefer gestellt wird. Nachdem die ringförmigen Vertiefungen für Hoch- und Tieftöner die richtige Tiefe haben, werden die eigentlichen Löcher mit einer Stichsäge herausgesägt. Dann noch eine Passprüfung der Lautsprecherlöcher und der Versenkung, eventuell noch mit Stechbeitel, Feile und Sandpapier die Passform korrigieren. Wenn die Lautsprecher richtig in den Versenkungen sitzen, kann man die Löcher für die Befestigungsschrauben anzeichnen, und dann vorbohren. Das Vorbohren erleichtert das Einschrauben und verhindert ein Aufspalten des Holzes.

roh

Dann fehlen noch die zwei Löcher für die Bassreflexkanäle. Laut Bauplan zwei Löcher mit 48mm Durchmesser. Einen solchen Bohrer besitze ich nicht, entweder 45mm oder 50mm. 48mm Bohrer scheint es auch nicht zu geben, oder man muss einen einstellbaren Bohrer verwenden und diesen dann auf 48mm justieren. Auch einen solchen konnte ich nicht auftreiben, eine Lochsäge mit 48mm gibt es auch nicht. Also habe ich die Stichsäge mit einem schmalen Kurvenblatt genommen. Mit dem Ergebnis war ich dann nicht recht zufrieden, die Löcher waren nicht wirklich rund und auch ungleichmäßig. Die Bassreflexröhren passten auch nicht, also habe ich mit einem Fräser und Feile die Form und Größe so lange korrigiert, bis die Röhren gut, aber noch fest, passten. Beim nächsten mal würde ich diese Lösung nicht mehr wählen, sonder direkt mit 50mm Fostnerbohrer saubere Löcher machen. Die Herstellung dieser Löcher hat es auch in sich. Damit sind die Frontplatten fertig.

Dann geht es an das Verleimen. Leim wird auf die Gehrungen und auf die Nut/Feder der Frontplatte und der vier Seitenteile aufgetragen. Dann wird alles zusammengesetzt. Zuletzt wird die Rückwand eingelegt (ohne Leim), hier habe ich eine Plastiktüte untergelegt, um zu verhindern, dass die Rückwand durch herausquellenden Leim mit verleimt wird und sich hinterher nicht mehr entfernen lässt. Dann habe ich die Box durch zwei umlaufende Spanngurte zusammengezogen. Der rechte Winkel wird dabei durch die Führungen an Front  und Rückwand gesichert. Nachdem nun der Grundzusammenhalt durch die Spanngurte gesichert ist, kann man vorsichtig Spannzwingen ansetzen und gleichmäßig Druck von allen vier Seiten aufbringen. Dann ebenfalls Spannzwingen ansetzen um die Frontplatte gegen die vier Seiten zu pressen. Der Druck sollte gleichmäßig und nicht zu groß sein, um Verformungen zu verhindern. Wenn der Leim gleichmäßig aus den Fugen tritt, ist alles in Ordnung. Dann 24 Stunden unter Druck austrocknen lassen.

Nachdem der Leim richtig trocken ist, wird vorsichtig die Rückwand entfernen. Dabei kann man an der untergelegten Plastiktüte ziehen, der Holzleim hält nicht am Plastik und somit wird die Rückwand sich leicht lösen. Dann muss man schauen, wie viel Leim ausgetreten ist, dieser wird mit einem Stechbeitel entfernt. Nachdem die Plastiktüte nun entfernt ist, sollte die Rückwand nun etwas Spiel haben und leicht ein- und ausbaubar sein. Eventuell mit der Kreissäge noch einen halben mm wegnehmen bis die Rückwand gut und leichtgängig passt. Das ist wichtig, sonst bekommt man die Rückwand später nicht mehr ab. Letztendlich noch die Schraubenlöcher durch die Rückwand bohren, und Vorbohrungen für die Schrauben in den Falzen der Seiten anbringen. Diese Vorbohrungen verhindern ein Aufsplittern des Holzes wenn später die Schrauben eingedreht werden.

Als letztes werden noch die Abschrägungen an der Frontplatte angebracht. Dazu wird die gesamte Box bei angewinkelt stehendem Sägeblatt über die Kreissäge gezogen. Zuletzt noch mit Hobel und Schleifpapier alle Kanten anfasen und leicht abrunden.

Oberflächenbehandlung

Nachdem nun der Holzrohbau fertig ist, kann die ganze Box eine Endbehandlung erhalten. Da das Akazienholz eigentlich als Küchenarbeitsplatz gedacht war, hatte sie im Original bereits eine leichte Ölung. Ich habe also einen weitern Anstrich mit einer Mischung aus Leinöl und Terpentin (etwa 50/50 Mischung) aufgebracht. Das macht das Holz wieder etwas dunkler, und die Maserung tritt noch besser hervor. Das Öl schützt auch das Holz vor Verschmutzungen. Das Öl muss nun noch einen Tag austrocknen, danach die Holzoberfläche noch mit einem Leinentuch (z.B. altes Bettlacken) abreiben. Damit entfernt man eventuell überschüssiges Öl welches nicht mehr vom Holz aufgenommen werden kann.

Bau der Frequenzweiche

Im nächsten Schritt wollte ich mich der Frequenzweiche widmen. Den Schaltplan der Weiche hatte ich ja bereits neu gezeichnet und ausgedruckt, somit wollte ich dann direkt loslegen. (Weiche unten in voller Größe darstellen)
Weiche
Als Vorlage sollten die Fotos der fertigen Frequenzweiche dienen. Als erstes machte ich eine "Trockenbestückung", also alle Bauteile einmal in die Lochrasterplatine stecken um zu sehen wie alles passt. Dabei musste ich dann leider feststellen, dass einige Bauteile der Weiche fehlten, andere waren dafür doppelt vorhanden. Die Bauteileanzahl insgesamt war richtig, nur leider die falschen Teile. Darum war es mir auch vorher nicht aufgefallen. Es war wohl beim Packen des Paketes eine falsche Tüte mit Bauteilen in das Packet gelangt. Also konnte ich die Lötaktion erst mal abbrechen und die falschen Bauteile per Mail im Lautsprechershop reklamieren. Leider bekam ich nur eine automatische Antwort, durch Fasching in Karlsruhe war der Lautsprechershop für eine Woche geschlossen.

Weiche

Dadurch kam ich also mit meinem Boxenprojekt nicht mehr weiter. Daher beschloss ich den Bestückungsplan der Frequenzweiche zu überarbeiten. Vom Foto allein ist es recht schwer, die genaue Position der Bauteile, der Anschlusskabel, und der Leiterbahnführung zu erkennen. Also erstellte ich einen Bestückungsplan im Computer, aufbauend auf einem Model der Lochrasteplatine.

Weiche Weiche

Der original Beststückungsplan ist schon recht gut, ich habe jedoch die Lötstellen der Anschlusskabel an den Platinenrand versetzt, passend oben für den Hochtöner und unten für den Tieftöner. Das macht die Verkabelung in der Box einfacher. Auch habe ich alle Bauteile mehr in die Platinenmitte positioniert, das macht den Einbau und die Verschraubung leichter.

Dabei stellte sich heraus, dass eine Drahtbrücke notwendig ist. Diese ist jedoch auf dem Foto nicht zu erkennen, sie liegt versteckt unter anderen Bauteilen. Die hätte ich sonst wohl vergessen! Also nur nach dem Foto und ohne einen klaren Bestückungsplan ist die Frequenzweiche kaum korrekt hinzubekommen.

Nachdem dann der Fasching vorbei war, kamen auch schnell und ohne Probleme die fehlenden Bauteile bei mir an. Mit meinem Bestückungsplan war das eigentliche Löten der Frequenzweiche dann in einer Stunde erledigt.

Für die Lautsprecher und den Eingangsanschluss habe ich bereits Kabel angelötet. Die Länge der Kabel habe ich reichlich bemessen und wird später noch gekürzt.

Endmontage

Im nächsten Schritt kann nun alles zusammengebaut werden. Als erstes werden die vergoldeten Polklemmen in die Rückwand montiert. Hier musste ich jedoch Festellen, dass die Schrauben der Polklemmen zu kurz sind. Mein Holz ist ein mm dicker als das Original, und ich habe noch eine zusätzliche Unterlegscheibe vorgesehen, um den Schraubdruck besser auf das Holz zu verteilen. Daher passen die Klemmen nun nicht mehr. Also musste ich mit einem 30mm Fostnerbohrer zwei etwa 10mm tiefe Bohrungen von innen in die Rückwand anbringen. Die Polklemmen kommen dann in die Mitte dieser Vertiefungen, und dann passt alles wieder.

Dann wird die Frequenzweiche von innen auf die Rückwand geschraubt. Als Abstandshalter dienen die beigelegten Plastikrollen. Um spätere Schwingungen der Platine zu verhindern, wird noch die mitgelieferte Gummimatte untergelegt. Hierbei ist auf eine genau mittige Positionierung der Platine auf der Rückwand zu achten, denn es wird zu den Seiten der Box recht eng. Danach kann man schon das Eingangskabel der Frequenzweiche mit den Polklemmen verbinden. Ich habe diese Kabel so bemessen, dass sie fast straff sitzen, also nicht hin und her schlagen können. Das Eingangsanschlusskabel bekommt eine angequetschte Schrauböse.

Für die Bedämpfung sind drei Matten Bawotumex im Bausatz enthalten. Diese sind selbstklebend und sollen an die Seiten und Boden/Deckel angeklebt werden. Die Matten müssen noch passgerecht zugeschnitten werden. Diese Verklebung machte auf mich jedoch keinen sehr vertrauenswürdigen Eindruck, sie wird wohl nicht lange halten. Also muss man schon beim Einbau ein wenig nachdenken. Da die Box hinterher aufrecht steht, wird sich die Deckel Bawotumex Matte wohl als erste lösen. Also habe ich zuerst die Boden/Deckel Matten auf das Innenmaß der Box geschnitten. Eine Metallschiene und ein Teppichmesser sind dazu gut geeignet, man ritzt die Matte von hinten an und kann dann das Stück leicht und präzise abbrechen. Dann werden die Boden/Deckel Matten angebracht. Erst danach die Seiten ausmessen, hier muss man nun darauf achten das diese leichtes Übermaß haben sollten. Damit wird erreicht, das die Boden/Deckel Matten dann von den Seitenmatten angedrückt werden und sich so nicht mehr lösen können. Ich habe alle Bawotumex Matten dann noch mit ein paar Schrauben mit Unterlegscheibe fixiert, die sollten sich nun nicht mehr lösen.

Beim Zuschneiden der Bawotumex Matten muss auch auf das Maß in Richtung Rückwand geachtet werden. Die Platine der Frequenzweiche auf der Rückwand ist so breit, das dort die Bawotumex Matten nicht mehr auf die Seitenwand passen. Also habe ich dort, wo die Frequenzweiche zu liegen kommt, Aussparungen in die Bawotumex Matten gemacht. Es ist recht eng in der Box, man sollte die Rückwand mit Frequenzweiche mehrfach probehalber einsetzen, um zu sehen ob alles gut zusammen passt.

Nun muss die Bassreflexröhre eingebaut werden. Hier hatte ich Schwierigkeiten, die Anweisung aus der Hobby HiFi 5/2005 richtig zu deuten. Dem Bausatz liegen vier Bassreflexröhren bei, die nun paarweise zusammengesetzt werden sollen. Erst eine Email-Nachfrage beim Lautsprechershop brachte Klarheit, wie zwei Röhren zusammengesetzt werden müssen.

Die Länge des Rohres muss unbedingt stimmen (also 15 cm insgesamt) und wenn man beidseitig eine Trompete hat. Alle vier Bassreflexröhren werden also auf 75 mm abgesägt, und sollen dann spiegelbildlich zueinander wieder zusammengefügt werden. Es wird also nicht ineinander geschoben, sondern eine Schmalseite wird auf die andere aufgesetzt. Auf diese (zwar gute) Lösung muss man erst mal kommen.

 

Nachdem erst alle vier Röhren gekürzt sind (ich habe sie einfach auch durch die Kreissäge gezogen), kann man die ersten zwei von vorne durch die Bassreflexlöcher einführen und bis zum Anschlag andrücken. Diese sollten fest, aber nicht so fest sitzen dass sich das Plastik verformt. Dann müssen die zwei übrigen Röhren von innen, spiegelbildlich auf die bereits eingebauten angesetzt werden. Die Gesamtlänge jeder Bassreflexröhre muss 15 cm betragen! Die beiden Röhren habe ich dann mit starken, breiten Gewebeklebeband miteinander luftdicht verbunden. Das ist wieder eine recht knifflige Angelegenheit, da durch die Bawotumex Matten auf dem Gehäuseboden kaum Platz bleibt das Klebeband um die Röhren zu wickeln. Ich denke die Bassreflexröhren kann man sicher auch einfacher konstruieren!

Damit die Röhren auch wirklich luftdicht sind und die Box keine falsche Luft zieht, habe ich von innen den Spalt an der Frontrückseite (da wo die Röhren aus der Fontplatte herauskommen), fest mit Dämmmaterial zugestopft (Bawotumex Reste).

Als nächstes werden die selbstklebenden Schaumstoffdichtstreifen angebracht. Diese kommen zum Einsatz um die Rückwand abzudichten, und um den Hoch- und Tieftöner luftdicht einzubauen.

Nun kommt der eigentliche Zusammenbau. Man legt die Rückwand dicht neben die Box, so dicht wie möglich und bereits in der richtigen Position zum Einbau. Dann werden die Kabel vom Hoch- und Tieftöner von innen durch die Löcher in der Frontplatte gezogen und auf die richtige Länge gekürzt. Der Tieftöner hat einen Steckanschluss, also da kann ich die Stecker anquetschen. Der Hochtöner wird angelötet (hier immer auf die richtige Polarität achten, der Hochtöner ist verpolt anzuschließen!). Dann werden die Lautsprecher eingesetzt und verschraubt. Dies immer mit großer Vorsicht, schnell rutscht man ab und der Schraubenzieher steckt im Lautsprecher. Der Magnet am Lautsprecher zieht den Schraubenzieher auch noch an. Ich halte zur Sicherheit immer ein Holzbrett über den Lautsprecher.

Die Kabelführung in der Box sollte nun fixiert werden, um ein Schlagen des Kabels bei lauterer Musik zu verhindern. Als Anker habe ich die Schrauben benutzt, welche die Bawotumex Matten an Boden und Deckel fixieren. Ein paar Kabelbinder halten die Lautspecherkabel zuverlässig fest.

Als letzter Schritt wird nun das Sonofil zurechtgeschnitten und eingelegt. Es wird gefaltet in den oberen Teil der Box eingelegt. Der untere Teil mit dem Bassreflexkanal muss frei bleiben. Das gefaltete Sonofil sollte so dick gefaltet sein, das es sich selbst im oberen Teil der Box festkeilt und nicht nach unten rutscht.

Dann noch die Rückwand einsetzen und verschrauben. Zuletzt die Gummifüße ankleben, fertig!

Aufbau im Hörzimmer

Die Sima la Piccola werden in ein Regal gestellt, wobei sie mit der Frontplatte an der vorderen Kante des Regals stehen. Der Verstärker kommt auf dieselbe Seite des Raumes, damit bleiben die Lautsprecherkabel kurz. Dann muss noch ein Kable von der gegenüberliegenden Wand (wo der Vorverstärker steht) zum Verstärker gelegt werden.

Testhören

Das ist immer der spannendste Moment, erster Sound! Als erstes Setup habe ich die Sima la Piccola erst mal im Stereobetrieb getestet. Mit dem Ergebnis bin ich mehr als zufrieden, die Boxen klingen sehr natürlich und haben eine feine Auflösung. Auch der Bassbereich klingt gut und präzise.

Ein Vergleich mit meinen IT EX4 stand natürlich auch an. Ich habe mich jedoch gegen einen direkten A-B Vergleich entschieden, und nur dasselbe Musikstück einmal auf der IT EX4 und dann auf der Sima la Piccola laufen lassen. Ganz deutlich ist natürlich die viel kräftigere und tiefere Basswiedergabe der EX4. Da kann eine kleine Regalbox nicht mithalten, was auch physikalisch nicht verwundert. Der Mitten- und Hochtonbereich was jedoch mit der Sima la Piccola eindeutig besser, als auch um einiges besser in der räumlichen Abbildung.

Das hat mittlerweile dazu geführt, dass ich meist nur noch mit den Sima la Piccola höre, bei geringen Lautstärken klingen die wirklich besser.

Im Sourroundbetrieb mussten sich die Sima la Piccola auch als Rückwandlautsprecher beweisen. Center und Subwoofer habe ich auf die EX4 umgeleitet. Der Raumklang ist schon überwältigend, auch hier liefern die Sima la Piccola eine gute räumlichen Abbildung und einen natürlichen Klang.

Etwas enttäuscht war ich jedoch von vielen Sourround-DVDs. Das wirkliche Raumklangerlebnis will sich nur bei wenigen Titeln einstellen. Viele habe einfach nur den Raumhall in den rückwärtigen Kanälen, die aber auch virtuell gut aus Zweikanal Quellen generieren lassen.

Zukunftspläne

Der gute Klang der neuen Sima la Piccola verwöhnt die Ohren und nun wünsche ich mir die Qualitäten der Sima la Piccola kombiniert mit tiefen und knackigen Bässen.

Also erwäge ich als nächsten Ausbauschritt einen Mono-Subwoofer anzuschaffen, und diesen dann mit den Sima la Piccola zu kombinieren. Die Sima la Piccola sollte locker bis 100-80Hz runter reichen, und ab da kann der Subwoofer bis tief runter reichen. Eine geschlossene, aktiv kompensierte Lösung sollte dabei noch tiefer und präziser sein als die EX4. Die Webseite des Lautsprechershops zeigt da viele Lösungen auf.

Oder doch erst lieber einen Centerlautsprecher bauen??

Also neue Projekte für die nächsten Jahre...

 

Andreas Witzel         (Email: Andreas_Witzel@gmx.de)